Zukunftstechnik: Wie 3D drucken die Automobilwelt verändern wird

Durch die Kommerzialisierung des 3D Druckens werden sich Nutzer zukünftig eigene Fahrzeugteile ausdrucken können anstatt sie vom Hersteller zu kaufen. Die Automobilindustrie wird hier ein ähnliches Schicksal erleiden wie die Musikindustrie mit dem Einzug von Napster. 

Die Hobby Schrauber und Oldtimer Fans unter uns werden es kennen: man arbeitet an einem Fahrzeug und stellt fest, dass einem noch ein wichtiges Teil fehlt. Um so ärgerlicher ist es, wenn dies am Sonnabend Nachmittag oder am Sonntag passiert und alle Läden bereits geschlossen sind. Für Oldtimer Fans ist es meist doppelt ärgerlich, da die benötigten Teile manchmal gar nicht mehr produziert werden. Das 3D Drucken kann hier Abhilfe schaffen.

Ein 3D Drucker ermöglicht es, wie der Name schon sagt, 3 dimensionale Objekte auszudrucken. Die Objekte können dabei entweder aus Kunststoffen, Kunstharzen oder Metallen bestehen. Die Technik an sich ist nicht neu. 3D Drucker gibt es schon seit Anfang der 80iger Jahre. Mittlerweile werden sie nur immer günstiger und die Technik wird besser. Experten sind sich einig, dass 3D Drucker sich langfristig durchsetzen werden. Das Problem derzeit ist, dass der User ein CAD Programm bedienen muss um die gewünschte Form zu designen. Leider können das meist nur Ingenieure.

Angenommen ein Oldtimer Fan benötigt ein gewisses Teil beispielsweise ein Zahnrad. Die Möglichkeit die er nun hat, ist sich das Zahnrad von einem CAD Designer designen zu lassen. Anschließend kann er sich das Zahnrad einfach auf einem 3D Drucker ausdrucken. Das hilft ihm zumindest weiter, wenn das Teil nicht mehr produziert wird. Meiner Ansicht nach wird es aber zukünftig noch einfacher gehen. Unser Oldtimer Fan wird einfach ins Internet gehen können und sich die CAD Zeichnung herunterladen. Anschließend muss er das gewünschte Teil nur noch auf einem 3D Drucker ausdrucken.

Die Internet Tauschbörse Pirate Bay hat bereits eine eigene Kategorie in der sich der User Blueprints herunterladen kann, um sie später auf einem 3D Drucker auszudrucken. Autoteile sind da bisher nicht zu finden aber immerhin schon erste Modellautos, die sich ausdrucken lassen. Gerade bei aktuellen Fahrzeugteilen würde sich auch die Frage stellen ob diese Blueprints nicht auch eine Verletzung des Urheberrechts bedeuten würden.

Fahrzeughersteller werden sich mit dem Thema 3D Drucken zukünftig noch intensiv beschäftigen müssen gerade im After Sales Bereich. Vor allem wenn es für den Nutzer wesentlich günstiger ist sich die Teile selbst auszudrucken anstatt beim Hersteller zu kaufen. Eventuell werden wir hier eine ähnliche Situation vorfinden wie in der Musik Industrie. Nutzer werden die Blueprints im Internet unter einander tauschen und sich die Teile selbst ausdrucken oder ausdrucken lassen. Der Verkauf von Fahrzeugteilen wird dadurch spürbar einbrechen.

Fahrzeughersteller könnten von dem 3D drucken aber auch profitieren. Eine Möglichkeit ist, dass jeder Händler einen 3D Drucker bekommt. Damit könnte der Händler dann Kunststoff und Metallteile selbstständig ausdrucken. Der Fahrzeughersteller würde eine kleine Gebühr pro Ausdruck bekommen. Der Händler müsste nur noch komplizierte Teile, die aus mehreren Werkstoffen bestehen, geliefert bekommen beispielsweise Sitze oder Elektronikteile. Die Wartezeiten für Teile würden sich auf Stunden oder sogar Minuten reduzieren. Dies würde die Logistikkette  in der Automobilindustrie nachhaltig verändern.

Abseits der Automobilindustrie gibt bereits erste Internetdienste die es dem User ermöglichen eigene Produkte zu designen und diese ausdrucken zu lassen. Mein Favorit ist hier Shapeways.com.

Zu dem Thema 3D Drucken gibt es auch einen interessanten Ted Talk, den ihr hier findet:

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2 Antworten zu “Zukunftstechnik: Wie 3D drucken die Automobilwelt verändern wird”

  1. Schon genial, hat ja fast was von beamen 😉 Ist aber noch ein weiter weg bis man etwas wirklich stabiles drucken kann…solange bleiben die 3D-Drucke „Modelle“.

  2. Metalldrucker gibt es schon Shapeways bietet es an beispielsweise. Aber die Metalldrucker sind derzeit noch ziemlich teuer 🙂

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