Tamyca – Sieht so die Mobilität 2.0 aus?

Da die meisten ihr Fahrzeug durchschnittlich nur etwa eine Stunde am Tag benutzen stellt sich die Frage, was macht man mit dem Fahrzeug in den verbleibenden 23 Stunden? Diesem Problem hat sich Tamyca angenommen. Privatleute haben auf www.tamyca.de die Möglichkeit ihr eigenes Fahrzeug online zu vermieten.

Wer interesse an dem Service hat, kann sein Auto kostenfrei bei tamyca inserieren. Mieten kann es dann grundsätzlich jeder, der sich bei tamyca registriert hat. Der Vermietpreis und die Mietdauer kann dabei vom Vermieter frei bestimmt werden. Laut den Gründern von tamyca rechnen sie dabei mit Tagespreisen von 10 bis 50 Euro für die Fahrzeugmiete. Pro zustande gekommener Vermietung fallen zusätzlich 7,50 Euro Gebühren an, die an tamyca zu bezahlen sind. Über diese Gebühr ist das Fahrzeug für die Vermietzeit auch bei der Württembergischen versichert. Das heißt, im Falle eines Schadenfalls kommt die Württembergische Versicherung dafür auf. Bei Fahrzeugübergabe und Fahrzeugrückgabe gibt es ein Übergabeprotokoll das ausgefüllt wird, um den Zustand des Fahrzeugs zu dokumentieren. Die Kosten für das Benzin trägt der Mieter. Nach der Vermietung haben beide Parteien noch die Möglichkeit einander zu bewerten. Die Videoerklärung zum tamyca Prinzip gibt es hier:

Tamyca ist sicher eine interessante Idee für alle, die nicht ganz so viel Wert auf ihr Fahrzeug legen. Derzeit sind bei tamyca zumindest in größeren Städten schon einige Vermietangebote zu finden. Die Idee ist nicht ganz neu, so gibt es beispielsweise in den USA schon einen ähnlichen Service (http://relayrides.com/). Es wird spannend bleiben inwieweit sich tamyca in Deutschland durchsetzen kann.

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18 Antworten zu “Tamyca – Sieht so die Mobilität 2.0 aus?”

  1. Ich finde bei der Idee jemand anderem sein Kfz anzuvertrauen gibt mehr Probleme als nur die Versicherung. Für soetwas gibt es doch Konzepte wie Car2Go oder DB-Carsharing… die es natürlich leider noch nicht in jeder Stadt gibt.

  2. Ja aber Car2Go gibt es in Deutschland derzeit nur in Ulm und Hamburg. Ich glaube nach wie vor, dass tamyca für viele Leute interessant ist. Stell dir vor du hast einen 6 Jahre alten Corsa, wieso solltest du ihn nicht für ein paar Euro regelmäßig verleihen? Vor allem wenn du nicht viel Wert auf das Auto legst. Dadurch finanziert sich doch das Auto quasi von selbst.

    Wir werden sehen ob sich tamyca in Deutschland durchsetzt.

  3. Ich denke, dass ist von der Württembergischen abgesichert und jetzt nicht so negativ sein, dass ist zumindest mal ein interessanter Ansatz. 🙂

  4. sorry bin halt realist 😀

  5. 10-50Euro – fehlt da nicht ein Leerzeichen? Ansonsten spannender Post, Danke!

  6. @steph4n: Car2Go/Greenwheels/Cambio & Co. sind Autovermietungen im neuen Kleid. Diese Unternehmen schaffen neue Autos an und geben diese Kosten an den Mieter weiter. Außerdem ist es ökologisch nicht sinnvoll, Autos anzuschaffen, wenn bereits ein so großer Überschuss vorliegt. Des weiteren sind Mietstationen auf dem Land, aber auch zT in der Stadt schwer zu erreichen; das schreibst Du ja auch: „die es natürlich leider noch nicht in jeder Stadt gibt.“. tamyca-Autos stehen direkt in der Nachbarschaft. Zuletzt schätzen unsere Kunden den persönlichen Kontakt, denn eine Community wird von vielen als angenehmer als eine anonyme Abfertigung empfunden.

    Es ist nicht richtig, dass man sein Leben lang blecht, wenn das Auto beschädigt wird. Denn hierfür gibt es ja nun eigens dafür entwickelte temporäre Vollkaskoversicherung der Württembergischen. Vermieter haben also nichts zu befürchten. Weitere Vorteile für den Vermieter sind: es entstehen nie Kosten (weder bei der Anmeldung noch bei der Buchung) und ein Versicherungswechsel ist in aller Regel auch nicht nötig.

    @automobiletrends: Super Post, Danke!

    VG Konrad

  7. Ich kann mir unabhängig von der Versicherung nicht vorstellen, das es so einfach ist, wer sagt mir denn, dass ich mein Auto in gutem Zustand wieder bekomme, von Unfällen wie gesagt ganz abgesehen. Ich vermute da werden eher die Autos angeboten, die eh nciht in gutem Zustand sind oder hat wer andere Erfahrungen? Denn wer ein teures Auto hat, wird kein Risiko eingehen, wenn man dann noch die ganzen Dienstwagen rausnimmt, mit denen man das sicher nciht darf und auch noch jene Autos die im permanenten Einsatz sind (Pendler, Familien, etc.) da bleibt doch nicht mehr viel übrig.

  8. Das dafür eher ältere Fahrzeuge in Frage kommen, glaube ich auch. Das zeigt sich auch wenn man auf der Tamyca Seite nach Fahrzeugen in seiner Stadt sucht, zumindest in Berlin werden da überwiegend alte Fahrzeuge angeboten.

    Einen Markt für Tamyca gibt es aber meiner Meinung nach schon, trotz aller bedenken die ihr genannt werden. Es gibt in Deutschland ca. 43 Mio. Pkw. Selbst wenn nur 1% der Fahrzeugbesitzer sich für Tamyca begeistern können, sind das immernoch 430.000 vermietbare Fahrzeuge…

  9. @Stephanie: Es gibt ein ausgeklügeltes Bewertungssystem und man kann ja auch eine Kaution als Vermieter nehmen. Damit lässt sich schonmal sehr gut regulieren, wie das Auto zurückkommt. Was den Zustand der Autos und ihr Alter betrifft, so haben wir eine sehr durchmischte Struktur. In entwickelten Märkten, etwa Hamburg und Aachen, gibt es alles von alt bis jung und klein bis groß und preiswert bis gediegen. Wir wachsen ständig weiter und so wird sich auch die Modellvielfalt in einer Nachbarschaft erweitern. Jedenfalls sind auch viele hochwertige Autos dabei, was uns offengestanden auch eher wundert. 😉 LG aus Hamburg!

  10. Hallo,
    ich bin prinzipiell an der Idee schon sehr interessiert, da ich bei z.B. für meinen Neuwagen Geld bei meinen Eltern geliehen habe und auf diese Weise das Auto ein wenig rückfinanzieren könnte.
    Vorallem unter der Woche werde ich in Zukunft vorwiegend mit Bus und Bahn in Berlin unterwegs sein.
    Meine Sorge ist eigentlich vorallem die, dass Menschen mit dem Eigentum anderer immer anders umgehen, als mit ihrem.
    Viele Mietwagen, Fahrschulwagen oder Vorführwagen kann man doch meist schon nach 2 Jahren einstampfen lassen, weil Kupplung, Gänge o.ä. total im Eimer sind.
    Die Leute fahren wie Sau, heizen hoch bei kaltem Motor und jeder Mieter fährt das Auto anders.
    Ich habe die Befürchtung, dass dies zu einem sehr hohen Verschleiß und damit zu zusätzlichen Kosten für Reperaturen u.ä. führt.
    Auch wird natürlich die Kilometerzahl pro Jahr bei regelmäßiger Vermietung stark erhöht was wieder einen Kostenunterschied in der Versicherungsprämie ausmacht.
    Das sind so meine Bedenken dabei.
    Der letzte Punkt ist zwar logisch und nicht zu verhindern und durch die Einnahmen zu kompensieren, aber die Angst vor einem Motor/Getriebeschaden durch unsachgemäßes Fahren, ist doch sehr hoch.

  11. Hey Nikolas, vielen Dank für Dein Feedback. tamyca wird Dir auf jeden Fall neue Türen öffnen und die Finanzierung spürbar erleichtern. Ich kann Deine Sorge gut nachvollziehen, aber glaube sie ist unbegründet. Wir haben noch keine Beschwerden hinsichtlich der Fahrweise einer Mieterin oder eines Mieters erhalten. Meine Theorie dazu ist, dass man sich ja persönlich vor Ort trifft bei der Schlüsselübergabe. Man schaut sich in die Augen und bewertet sich unter Privaten. Das ist eine völlig andere Situation, als bei einem traditionellen Autovermieter, dessen Eigentümer für mich als Mieter völlig anonym und entrückt sind. Wenn ich tamyca als Mieter nutze, passe ich höllisch auf, dass dem Auto nichts passiert und fahre deutlich zurückhaltender, als ich mit einem eigenen Auto fahren würde. Zudem gibt es auch Bewertungen und Kautionen, die man pönalisierend einsetzen kann. Allerdings sind derart Schäden nun wirklich nicht gut nachzuweisen, da hast Du Recht. O Du für die zusätzlichen Kilometer bezahlen musst, hängt von Deiner Police ab und wie Dein sonstiges Fahrverhalten ist. Ich kann mir aber in jedem Fall nicht vorstellen, dass diese Kosten den Gewinn merklich auffressen. So viel kosten ein paar Kilometer mehr nicht. Außerdem erfährst Du in der Anfrage auch, wieviel der Mieter fahren wird. Ist Dir das zu viel, dann kannst Du einen Aufpreis verlangen oder die Anfrage schlichtweg ablehnen und es kommt nicht zur Vermietung. Du hast jederzeit die volle Kontrolle und Transparenz.

    • Hallo Konrad, das mit der Kaution ist eine IDEE aber eben nur auf dem Papier. Habt ihr schon mal versucht ein 5-10 Jahre altes Fahrzeug aufs genauste nach Kratzern Beulen oder versteckten Schäden zu untersuchen ? ( ich meine das Aufnahmeprotokoll ) Bei der Rückgabe können richtige Probleme zwischen Mieter und Vermieter entstehen genau um so eine Kaution . Und wer ist dann der Richter ? Was Schäden betrifft wie Motor. Getriebe . Kupplung.etc. Wie kann man das Fahrverhalten eines Fahrers in den Augen ablesen ? Was würde bei einem Motorschaden passieren ? zb. bei einem Motor der über 10.000Euro kostet ?
      Wo ist dann die Versicherung ? Der Vermieter hat dann die A-Karte gezogen.BEWERTUNGEN ……….was nützen diese denn. Der meldet sich ab und das war es . Grundsätzlich finde ich die Idee von Tamyca schon gut , aber es müssten noch weitere Sicherheiten für Vermieter und Mieter eingebaut werden . Dazu gäbe es auch Möglichkeiten.

      Gruß Diego

  12. ferrari enzo für 50 euro bei tamyca

  13. Für meine wissenschaftliche Arbeit suche ich nach Freiwilligen, die bereits privates Carsharing wie tamyca, autonetzer u.ä. benutzt haben? Wenn du für ein kurzes Interview bereit wärest, dann melde dich bei mir unter: masterarbeit.carsharing@gmail.com. Unter Interviewteilnehmern verlose ich einen Amazon GUTSCHEIN in Höhe von 20 €. Danke im Voraus! Xenia

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  1. Mobilität 2.0 – Trend oder Sackgasse | Bätschman on Tour – www.Baetschman.de - Januar 10, 2011

    […] 10.1.2011: Wer will, kann auch das Auto von seinem Nachbar mieten. Mit Tamyca besteht die Möglichkeit, sein Privatauto zum Vermieten freizugeben. Durch Zusatzversicherungen, […]

  2. wi²-Blog @ TU Braunschweig - August 3, 2012

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